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Die Syrienkrise

Kinder in einem der Flüchtlingscamps
Mädchen in türkischem Flüchtlingslager (Foto: BMZ)

Der Gewaltkonflikt in Syrien hat in der Region zur größten humanitären Krise seit Gründung der Vereinten Nationen geführt. Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen zufolge haben die Kämpfe bereits mehr als 300.000 Todesopfer und eine Million Verletzte gefordert, weite Teile des Landes sind zerstört.

In der Folge kam es zu massiven Fluchtbewegungen. Inzwischen gibt es in Syrien 6,6 Millionen Binnenflüchtlinge (Stand Januar 2016). Darüber hinaus sind rund 4,7 Millionen Menschen in die Nachbarländer geflüchtet. Besonders betroffen sind Jordanien und der Libanon. Auch die Türkei, der Irak und Ägypten zählen zu den Aufnahmeländern.

Flucht und Vertreibung

Zahlen und Fakten zur Syrienkrise

Einwohner Syrien:
22.399.254 (Stand: 2012)
Syrer auf der Flucht:
6,6 Millionen, davon
Flucht in Nachbarländer:
4,7 Millionen, davon
» nach Jordanien:
» 640.000 bei 6,3 Mio. Einwohnern
» in den Libanon:
» 1,1 Mio. bei 4,3 Mio. Einwohnern
» in die Türkei:
» 2,7 Mio. bei 74,9 Mio. Einwohnern
» in den Irak:
» 250.000 bei 33,4 Mio. Einwohnern
» nach Ägypten:
» 118.000 bei 82 Mio. Einwohnern

 

Hilfe vor Ort

Deutschlands Engagement in den Aufnahmeregionen

Die überwältigende Mehrheit der Flüchtlinge findet in Nachbarländern und -regionen Schutz, knapp 90 Prozent also in Entwicklungsländern. Sie müssen dort unterstützt werden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) stellt in der gesamten Legislaturperiode mehr als 12 Milliarden Euro für die Bekämpfung von Fluchtursachen und zur Unterstützung von Flüchtlingen in Herkunfts- und Aufnahmeländern zur Verfügung.

warme Kleidung für 230.000 Kinder
650.000 syrische Flüchtlinge

Aus diesen Mitteln wurden in Jordanien, im Libanon und im Nordirak in den letzten zwei Wintern über 230.000 Kinder mit warmer Kleidung versorgt.

Über 650.000 syrische Flüchtlinge im Libanon, im Irak und in Ägypten haben im Jahr 2015 Ernährungshilfe über elektronische Gutscheine erhalten, mit denen sie in lokalen Supermärkten Nahrungsmittel einkaufen konnten.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Gewalt

Im Libanon profitierten bisher 40.000 Kinder von Kinderschutzmaßnahmen und 17.000 Frauen von Maßnahmen zur Vorbeugung von Gewalt.

psychosoziale Betreuungsangebote
besseren Abwassersystem

In den aufnehmenden Gemeinden im Irak haben 20.000 Kinder psychosoziale Betreuungsangebote erhalten.

Die Trink- und Abwasserversorgung für 11,6 Millionen Menschen im Libanon, in Jordanien, den Palästinensischen Gebieten und im Nordirak ist verbessert worden. Im Nordirakischen Dohuk Camp profitieren über 72.000 Menschen vom besseren Abwassersystem.

Bildungsangebote

Für 700.000 Kinder im Libanon, in Jordanien, der Türkei und im Nordirak stehen Bildungsangebote zur Verfügung. Zwischen 2013 und 2015 wurde 130.000 Flüchtlingskindern der Schulbesuch in Jordanien ermöglicht. Im Schuljahr 2016/2017 finanziert das BMZ 8.000 syrische Lehrkräfte in der Türkei.

Damit wird 150.000 syrischen Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Rund 60.000 Kinder, davon rund 49.000 syrische Flüchtlingskinder und rund 11.000 bedürftige libanesische Kinder, wurden im Schuljahr 2014/2015 in staatlichen libanesischen Schulen aufgenommen.

Beschäftigung

15.000 Menschen im Irak konnten in Beschäftigung gebracht werden. In Ägypten können sich 25.000 Menschen beruflich bilden.

Weiterführende Informationen

Publikationen und Downloads

Informationsmaterialien zur aktuellen Flüchtlingskrise, herausgegeben vom
Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

Kommunale Partnerschaften Nahost (pdf, 297,4 kb)