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Kommunen in Deutschland

Deutschland ist heute eines der Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge, die in steigender Zahl nach Europa kommen. 2015 erreichte die Anzahl der Asylanträge in Deutschland einen Höchststand:

Knapp 477.000 Menschen beantragten in diesem Jahr Asyl.

Fast 40 Prozent von ihnen kamen aus Syrien.

Königsteiner Schlüssel

Verteilung der Flüchtlinge

Während es innerhalb der EU noch keinen festen Verteilungsschlüssel gibt, ist die Verteilung von Asylsuchenden in Deutschland klar geregelt. Nach dem Asylgesuch werden die Asylsuchenden einer so genannten Erstaufnahmeeinrichtung zugeordnet. Neben den Kapazitäten von Einrichtungen und der zuständigen Außenstelle des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge wird die Verteilung durch eine Quote festgelegt. Der sogenannte "Königsteiner Schlüssel" legt für jedes der 16 deutschen Bundesländer fest, wie viele Asylbewerber es aufnehmen muss. Die Quote wird jedes Jahr abhängig

von den Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der einzelnen Länder neu berechnet. 2015 wurden auf diese Weise beispielsweise Nordrhein-Westfalen rund 21 Prozent aller Asylsuchenden zugewiesen, etwa 13 Prozent entfielen auf Baden-Württemberg, gut 15 Prozent auf Bayern. 16 Prozent aller Asylbewerber wurden 2015 auf die fünf ostdeutschen Bundesländer (ohne Berlin) verteilt. Wie genau die Flüchtlinge in den einzelnen Bundesländern verteilt werden ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Meist werden sie nach einem Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung auf die Kommunen verteilt.

Unterbringung, Versorgung und Integration

Bedarf in den Aufnahmekommunen

Für die Unterbringung, Versorgung und Integration von Geflüchteten sind nach der Erstaufnahme die Kommunen zuständig. Sie haben einen großen Handlungsspielraum. Doch auch die Zivilgesellschaft leistet einen wichtigen Beitrag, um Geflüchteten das Ankommen und die Integration zu erleichtern. Die wachsende Zahl der Flüchtlinge stellt auch in Deutschland staatliche Strukturen und Kommunen vor große

Herausforderungen. Städte, Kommunen und Bundesländer fordern daher eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes für die Unterbringung und Integration von Geflüchteten. Auch auf gesellschaftlicher Ebene führt der Zuzug vieler Flüchtlinge zu Problemen. So ist in Teilen der Bevölkerung eine steigende Ablehnung von Geflüchteten zu beobachten.

INFORMATION

Mehr erfahren

Verfolgen Sie die Debatte auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung: Kommunale Flüchtlingspolitik.