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Situation in deutschen Kommunen

Deutschland ist eines der Hauptaufnahmeländer syrischer Geflüchteter in Europa. Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge lebten im Jahr 2008 noch 30.000 Menschen mit syrischem Pass in der Bundesrepublik. Bis 2019 ist diese Zahl auf 770.000 gestiegen. Syrien steht inzwischen nach der Türkei und Polen an dritter Stelle der Hauptherkunftsländer von Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

Deutsche Kommunen haben die Herausforderungen der Grundversorgung so vieler in kurzer Zeit zugezogener Menschen gut bewältigt. Nun beschäftigen sie sich mit den Fragen der Zukunft. Dies betrifft zum einen Fragen der Integration und eines wertschätzenden Miteinanders. Zum anderen gibt es ein Interesse, sich für die syrischen Geflüchteten einzusetzen und durch kommunales entwicklungspolitisches Engagement einen Beitrag zu leisten, die Situation in der Region Nahost zu verbessern.

Aktive syrische Community mit entwicklungspolitischem Interesse

Deutsche Kommunen sind ein Zuhause für engagierte Syrerinnen und Syrer

An einer Stellwand sind verschiedene Zettel angeheftet; auf dem größten steht Projektideen; unscharf ragt von links eine Hand ins Bild.eine Hand
Viele Syrerinnen und Syrer in Deutschland möchten aktiv werden oder engagieren sich bereits. Foto: Eva Röder

In Deutschland und weiteren europäischen Ländern gibt es eine aktive syrische Community, die daran interessiert ist, sich mit der Zukunft ihres Herkunftslandes zu befassen und sich Kenntnisse anzueignen, die zukünftig für ein befriedetes Syrien relevant werden können. Hinsichtlich des Wiederaufbaus von lokalen Strukturen werden hier besonders das Erlernen kommunaler Verwaltungsabläufe sowie demokratischer Strukturen und Prozesse und das Erwerben von Methodenkenntnissen genannt.

In der syrischen Community liegt ein großes entwicklungspolitisches Potential, das in Aufnahmeländern wie Deutschland unterstützt und gefördert werden kann. Geflohene Syrerinnen und Syrer haben einen großen Einfluss auf die Zukunft ihres Herkunftslandes und werden diese auf unterschiedlichen Wegen mitgestalten. Forschungen zeigen, dass eine wichtige Grundlage dafür Qualifizierung und Etablierung in der Aufnahmegesellschaft sind.

Projekt Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in deutschen Kommunalverwaltungen

Weitergabe von kommunalem Know-how an syrische Geflüchtete in Deutschland

Indem deutsche Kommunen syrische Geflüchtete qualifizieren und ihnen Einblicke in die Kommunalverwaltung und -politik geben, stärken sie ihre Möglichkeit, sich zukünftig für den Wiederaufbau kommunaler Strukturen in Syrien einzusetzen und zu wichtigen Partnerinnen und Partnern in der entwicklungspolitischen Arbeit zu werden. Sie ebnen zudem den Weg für gemeinsame Aktivitäten kommunaler Entwicklungspolitik.

Im Rahmen der Inlandskomponente der Initiative unterstützt die SKEW deutsche Kommunen bei der Qualifizierung von syrischen Geflüchteten in der Kommunalverwaltung. Als Praktikantinnen und Praktikanten erhalten die Geflüchteten einen Einblick in die Arbeitsweise und Verwaltungsstrukturen deutscher Städte, Gemeinden und Landkreise. Sie lernen beispielsweise, wie Demokratie und Bürgerbeteiligung funktionieren oder erhalten Einblicke in das Bau- und Planungsamt. Begleitend bietet die SKEW Erfahrungsaustausche und Vernetzungsveranstaltungen zum Projekt an.

An einem langen Holztisch, auf dem Unterlagen liegen, sitzen mehrere Personen. Ein Mann rechts spricht, die anderen hören ihm aufmerksam zu.
Im Austausch über kommunale Themen entstehen neue Ideen. Foto: Andreas Grasser
Auslandsengagement deutscher Kommunen

Kommunen teilen ihr Know-how mit Städten und Gemeinden in Nahost

Deutsche Kommunen verfügen über Know-how, das sowohl aktuell in den Nachbarländern als auch zukünftig in Syrien selbst gebraucht wird. Über die Auslandskomponente der Initiative unterstützen deutsche Kommunen darum Städte und Gemeinden im Libanon, in Jordanien und in der Türkei, die besonders viele Geflüchtete aufgenommen haben. Im Rahmen bilateraler Projektpartnerschaften werden gemeinsam mit den Partnerkommunen Lösungsansätze entwickelt und Projektideen zu kommunalen Kernthemen und nachhaltiger Entwicklung wie beispielsweise Abfallwirtschaft, Wasser- und Energieversorgung oder Jugendbeschäftigung umgesetzt.

Empfang einer Delegation in der Deutschen Botschaft in Beirut. Foto: Engagement Global