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Fachinformations- und Projektplanungsreise Jordanien

Im Rahmen des Projektes "Kommunales Know-how für Nahost" fand vom 13. bis 20 Mai 2017 eine von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt fachlich begleitete Informations- und Projektplanungsreise zum Thema Abfallwirtschaft in Jordanien statt. Dabei konnten sich die Vertreterinnen und Vertreter vier kommunaler Abfallwirtschaftsbetriebe konnten sich so vor Ort einen Eindruck über die Situation jordanischer Kommunen machen und sich zugleich mit ihren Projektpartnern intensiv über die Chancen und Herausforderungen im Bereich der Abfallwirtschaft austauschen.

Jordanien ist neben dem Libanon und der Türkei eines der wichtigsten Erstaufnahmeländer syrischer Flüchtlinge. Nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 stieg die Einwohnerzahl in Jordanien von knapp 7,5 Millionen auf etwa 9,5 Millionen. Über 30 Prozent der Bevölkerung in Jordanien ist heute aus dem Ausland, fast die Hälfte hiervon Geflüchtete aus Syrien. Der Großteil von ihnen lebt neben der Hauptstadt Amman in den nördlichen Provinzen nahe der syrischen Grenze. In einigen Kommunen leben mittlerweile mehr Geflüchtete als jordanische Staatsbürger.

Die Aufnahmekommunen vor Ort stehen vor enormen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge - in Jordanien ist es vor allem der Bereich Abfallwirtschaft.

Zu diesem Thema haben sich jordanische und deutsche Kommunalexperten seit Beginn des Projektes bereits in mehreren Praktikerworkshops ausgetauscht. Zuletzt im März 2017, als Vertreterinnen und Vertreter jordanischer Kommunen und Ministerien für eine Studienreise zum Thema Abfallwirtschaft nach Deutschland kamen. Während der Reise besuchten sie mehrere Abfallwirtschaftsbetriebe in Nordrhein-Westfalen und begannen gemeinsam mit deutschen Expertinnen und Experten mit der Planung von Projekten, die an den konkreten Herausforderungen der jordanischen Kommunen ansetzen.

Um den Fachaustausch der Projektpartner weiter voranzutreiben, die Planung fortzuführen und einen Eindruck über die konkrete Situation und Bedarfe in den jordanischen Kommunen zu erhalten, bot die Servicestelle nun die Fachinformationsreise nach Jordanien an. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe aus Köln, Borgstedt, Donauwörth und Jena.

Das Programm der einwöchigen Informationsreise war von einem intensiven Austausch zwischen den Partnern geprägt, so etwa bei Besuchen von Abfallwirtschaftsprojekten in Jerash, Wassatiya, Kerak und Deir Alla. Die zahlreichen persönlichen Begegnungen ermöglichten den Fachleuten aus Deutschland einen Eindruck über die Herausforderungen der jordanischen Partnerkommunen und ihre Ansätze zu deren Bewältigung zu gewinnen. Die Reise wurde eng von dem Abfallwirtschaftsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) begleitet.

Teil der Fachinformationsreisen waren auch landeskundliche Einheiten, in denen die Kommunalstruktur in Jordanien und Verantwortungsbereiche von jordanischen Städten und Gemeinden beleuchtet wurden. Während eines Workshops am Ende der Woche kamen die Projektpartner noch einmal abschließend in der Hauptstadt Amman zusammen und erarbeiteten gemeinsam nächste Schritte für ihre Projekte, die durch die Schnellstarterpakete von der SKEW finanziell gefördert werden können.

Weitere Impressionen zur Fachinformationsreise finden Sie hier.